Der Künstler Paul Brandenburg

Der Künstler Paul Brandenburg

Der etwas andere Kreuzweg

Verbindung schaffen zwischen Gott und den Menschen

Verbindung schaffen zwischen der Mariengrotte und dem Markus-Kreuz 

 

Unsere Pfarrgemeinde hat einen Kreuzweg zwischen der Mariengrotte und dem Markus-Kreuz am Strangelsberg errichtet. Er konnte im Mai 2011 eingeweiht werden. Initiiert wurde der Meditationsweg unter Pfarrer Andreas Matthäi (von  2001 bis 2009 in Bad Salzschlirf ), eingeweiht unter Pfarrer Robert Wajda (von 2009 bis 2012 in Bad Salzschlirf ).

Mit der Planung war der Berliner Bildhauer und Künstler Paul Brandenburg beauftragt.

Paul Brandenburg, geboren 1930 in Düsseldorf, erlangte 1958 seinen Abschluss als gelernter Steinbildhauer an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg. Er wirkte bei der Innen- und Außengestaltung zahlreicher Sakralbauten mit und schuf vor allem für Berlin viele öffentliche Skulpturen.

 

Brandenburg stellte das Projekt während eines gut besuchten Informationsabends im Oktober 2007 im Pfarrheim vor. Pfarrer Matthäi beschrieb an dem Abend den Kreuzweg als „ein großes Werk, was wir dem Ort und unseren Nachfahren als Zeichen unseres Glaubens geben wollen“, so wie unsere Vorfahren auch die Mariengrotte angelegt hatten.

Eingangs stellte sich Paul Brandenburg als Künstler mit handwerklicher Basisausbildung im Bronzegießen, Holzschnitzen, Goldschmieden, als Keramiker und als Steinbildhauer dar. Obwohl er auch viele säkulare Kunstwerke geschaffen hat, hängt sein Herz an Arbeiten für die Kirche. Von der Norderney bis nach Kempten im Allgäu kann man seine Werke finden. Pfarrer Matthäi kannte seine Kreuzwegstation aus Vellmar bei Kassel und knüpfte Kontakt mit dem Künstler, um ihn für das Bad Salzschlirfer Projekt von St. Vitus zu gewinnen. 

 

 

Pfarrer Matthäi und der Künstler präsentieren die Pläne

für den Kreuz- und Glaubensweg

Der Kreuzweg verbindet, so Brandenburg, die eindrucksvolle Mariengrotte mit dem Steinkreuz. Einen Kreuzweg an der Grotte zu starten, darin sieht Brandenburg keinen Widerspruch. „Maria hat ihr Lebenskonzept über den Haufen geworfen und Ja zu Gottes Willen gesagt. Das ist eine Parallele zu Christus, der am Ölberg Ja sagte.“ 

 

Die Kreuzwegstationen laden dazu ein, im Gehen und Betrachten Ruhe zu finden, nachzudenken und neue Kraft zu tanken.

 

Die Anzahl der Stationen ist kein Zufall, denn die christliche Tradition liebt die Zahlensymbolik: So findet sich die Zahl 12, die für die Gemeinschaft steht, auch in den 12 Stämmen Israels und in den 12 Aposteln wieder, auf deren Fundament die Kirche aufgebaut ist.

Die einzelnen Stationen

Die erste Station ist eine Darstellung aus dem Leben Marias: Die Darstellung im Tempel, wo der alte Simeon schon auf ihr Leiden hinweist.

Station zwei, noch am Platz der Grotte zu finden, ist die Verurteilung durch Pilatus sein.

Station 3 auf dem Waldweg zum Kreuz: Der Fall unter dem Kreuz

Station 4: Maria begegnet Christus

Station 5: Simon von Cyrene

Station 6: Christus und Veronika

Station 7: Die Entkleidung

Station 8 : Die Annagelung                     flankiert das Markus-Kreuz

 Station 9: Jesus stirbt am Kreuz           bildet das Markus-Kreuz selbst

 und Station 10, Maria als Pieta,             flankiert  das Markus-Kreuz 

Station 11: die drei Frauen am Grab      bildet mit der

Station 12: das Pfingstgeschehen         mit Maria im Zentrum eine Doppelstation.

 

Die einzelnen Stationen sind als große Bronzetafeln auf Kalksteinstelen in Sichthöhe montiert, nicht zu klein, da sie sonst in der Natur nicht wirken. Brandenburg  zeigt schlüssige, klare Formen, damit die Energie des Betrachters nicht durch Rätseln nach dem Motiv verbraucht wird, sondern Zeit bleibt zum Gebet. Der Kreuzweg soll den Betrachter innerlich ansprechen. Leute, die zufällig vorbeikommen, sollen angelockt werden und konfrontiert werden mit der christlichen Botschaft. Darin sieht Brandenburg einen missionarischen Effekt. Die Betrachter sollen erkennen, wie Maria und Jesus Ja zu Gott zu sagen, den Glauben zu leben, die Erlösungsworte weiter zu tragen.

Die Kosten

Die Steinmetzarbeiten führte Brandenburg in seinem Atelier bei Würzburg aus, die Bronzetafeln entstanden im Atelier am Niederrhein und im Atelier in Berlin wurde modelliert. Pfarrer Matthäi bezifferte die Gesamtkosten auf ca. 85 000 €. Eine Erbschaft an die Pfarrei legte den Grundstock und gab dem Verwaltungsrat den Mut, die finanziell große Aufgabe in Angriff zu nehmen. Die Gemeindemitglieder wurden um Spenden für den Kreuzweg gebeten.

Dazu hat der Künstler alle einzelnen Arbeiten berechnet, dass sich Gruppen oder Einzelpersonen als Stifter jedes gewünschten Teiles benennen konnten.

 Spendenkonten für unseren Kreuzweg an der Grotte: 

Sparkasse Fulda: Kennwort Kreuzweg Mariengrotte 409 1541

Raiffeisenbank Großenlüder: Kennwort Kreuzweg 100 40 11 10

 

 

   
   

 


Meditationsband

Einen Meditationsband mit dem Titel "Dem Leben begegnen" zum Kreuz- und Glaubensweg erstellte der Benediktinerpater Anselm Grün zusammen mit dem Künstler Paul Brandenburg, der die 12 Stelen mit ihren Bronzestatuen kreiert hatte. Das Büchlein wurde im März 2015 von den beiden Autoren im Bad Salzschlirfer Gemeindezentrum der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist im Vier-Türme-Verlag Münsterschwarzach (ISBN 978-3-89680-895-0) erhältlich.

 

Pater Anselm Grün meditiert jede einzelne dieser 12 Stationen in Texten und Gebeten. Der Betrachter wird tief in die jeweilige Szene mit hineingenommen: von der Verurteilung Jesu über seine Leiden und Demütigungen, als er das Kreuz zum Berg Golgatha tragen muss, bis hin zu Kreuzigung, Tod und Auferstehung. Der Kreuz- und Glaubensweg endet nicht mit der Auferstehung Jesu, sondern mit dem Pfingstgeschehen: der Geburtsstunde der Kirche.

 

Pater Anselm Grün, geboren 1945, trat nach dem Abitur in die Benediktinerabtei Münsterschwarzach ein. Nach dem Studium der Theologie und Betriebswirtschaft war er von 1977 bis 2013 Cellerar (wirtschaftlicher Leiter) des Klosters mit etwa 300 Mitarbeitern. Jährlich besuchen über hunderttausend Menschen seine zahlreichen Vorträge und Seminare zu Themen der Lebenshilfe, Spiritualität und Mitarbeiterführung. Alle Veranstaltungen finden Sie unter www.anselm-gruen.de