Sich selbst im Glaubensweg finden

Meditative Einführung, Weihe und Fest der Begegnung mit vielen Gästen

Es ist vollbracht: unser neue Kreuz- und Glaubensweg hat seinen kirchlichen Segen: Domdechant Professor Dr. Werner Kathrein weihte das Kunstwerk im Beisein vieler Gäste. Zuvor hatte der Künstler Paul Brandenburg, der die Plastik aus elf großen Muschelkalkstelen mit Bronzetafeln geschaffen hat, seine Gedanken zu den einzelnen Stationen des einzigartigen Glaubensweges von der Mariengrotte zum Markuskreuz erläutert. Seine Ausführungen wurden über eine Lautsprecheranlage auf den Grottenvorplatz übertragen. Nach der Andacht gab es im Pfarrhof ein fröhliches Fest der Begegnung.

Dr. Oswald Post vom Verwaltungsrat der Pfarrei konnte viele Gäste auf dem Grotten-Vorplatz begrüßen. Er dankte allen, die für das Kunstwerk gespendet und sich engagiert hatten. Dr. Post erinnerte daran, dass in der Pfarrei schon viele Jahre der Wunsch bestand, die Mariengrotte mit dem benachbarten alten Markus-Kreuz zu verbinden. Vor sechs Jahren begegneten sich in der Pfarrei Menschen, die dazu einen Traum hatten und von seiner Umsetzung überzeugt waren. In enger Absprache zwischen dem Künstler, dem damaligen Ortspfarrer Andreas Matthäi und den kirchlichen Gremien kam der Kreuz- und Glaubensweg zustande. Mit Maria können sich die Besucher der Grotte nun auf den Weg machen, Christus zu begegnen, schloss Dr. Post.

Der Künstler Paul Brandenburg dankte  der Pfarrei für den Auftrag und die vorbereitenden Gespräche rund um die Entstehung der Plastiken. Tief bewegt verglich er sein Werk mit einem Kind und bat die Besucher der Grotte, sich dieses Kindes anzunehmen, „es soll kein Waisenkind sein“. In der vierjährigen Arbeit habe er gelernt, wie zentral der Kreuzweg für unser Leben sein könne.

Brandenburg erläuterte anschließend die Darstellung der einzelnen Stelen. Seine Ausführungen wurden akustisch auf den Grottenvorplatz übertragen, wo die Besucher anhand einer Bild-Broschüre beste Sicht auf die Bronze-Tafeln hatten, ohne den schmalen Weg von Stele zu Stele mitlaufen zu müssen.

Der Künstler hat auf den Bronzetafeln viele Menschentypen untergebracht, „suche Sie nach den Nuancen, die für Sie treffend sind“, forderte er die Besucher auf, den Kreuz- und Glaubensweg zu betrachten und immer wieder aufzusuchen.

Die Andacht an der Grotte eröffnete Ortspfarrer Robert Wajda. Sein Amtsvorgänger Andreas Matthäi erläuterte den Werdegang des Kreuzweges ab 2007. Domdechant Professor Dr. Werner Kathrein warf in seiner Ansprache einen Blick über die blühende Frühlingslandschaft und die blumengeschmückte Grotte und erinnerte an den Kirchenlehrer Ambrosius, der in der Lage war, allein vom Eindruck der Schönheit der Schöpfung her eine vollständige Theologie zu entwickeln. Christus erscheine als die Sonne, die alles hell mache. Maria sei ein Spiegel, ein Reflektor, eine Empfängerin, um das Licht Gottes in die Welt hinauszustrahlen. Bleibe denn angesichts solchen Lobpreises noch Platz für Kreuzweg und Kreuz, fragte der Domedechant. Ambrosius habe gegen den Glanz Gottes die elende Verfasstheit der Schöpfung gesetzt, denn vor dem Glanz Gottes bleiben die Menschen zurück.

Kreuzwege entstanden als eine Frömmigkeitsform, als die Kirche schwer an sich trug, erläuterte der Professor. Das eigene Leiden wurde hineingetragen in den Weg Jesu. Aber der Kreuzweg dürfe nicht mit dem Tod enden, das Kreuz könne unser Leid und den Tod verwandeln und wolle uns wieder zum Leben führen.  Professor Dr. Kathrein hoffte, „dass wir alle zur Verwandlung berufen sind zum neuen Himmel, zur neuen Erde, zur neuen Schöpfung.“ Zusammen mit den Pfarrer Wajda, Pfarrer Matthäi, Dechant Pfarrer Markus Günther, Schulpfarrer Christian Schmitt, Ordensschwestern der Vinzentinerinnen, Maria-Ward-Schwestern und Benediktinerinnen,  Mitgliedern der kirchlichen Gremien von St. Vitus und Messdienern schritt der Domdechant von Stele zu Stele und segnete diese. Zum Schlusssegen ging es zurück zum Grottenvorplatz, wo Pfarrer Matthäi Dr. Oswald Post für sein Engagement für den Kreuz- und Glaubensweg dankte. Die Andacht hatten Mitglieder der Pfarrgemeinde mit Meditation und Fürbitten mitgestaltet. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Singkreis St. Vitus unter Leitung von Monika Allendorf und Michael Geistdörfer am Keyboard. Anschließend waren alle zum Fest der Begegnung bei Kaffee, Kuchen und Würstchen in den Pfarrhof eingeladen, wo die Blaskapelle InTakt der Freiwilligen Feuerwehr unter Leitung von Renate Reus für die musikalische Unterhaltung sorgte. Die kfd hatte für leckere Kuchenspenden gesorgt. Bis in die Abendstunden hinein kam man hier über den neuen Kreuz- und Glaubensweg ins Gespräch.