Das Bonifatiushaus

Wir, die Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul, leben schon über mehr als hundert Jahren in dem schönen Bad Salzschlirf. Unser Mutterhaus befindet sich in Fulda.

Nach über 120 Jahren verlassen wir das Kur- und Gästehaus St. Bonifatius in Bad Salzschlirf.

Vor einiger Zeit wurde von der Generalleitung in Fulda entschieden, diese Einrichtung zu veräußern.  Es fand sich ein interessierter Käufer aus der Schweiz, der das Haus mit einer anderen sozialen Aufgabe weiterführen will. So wird das Bonifatiushaus nach Abreise der diesjährigen Weihnachtsgäste im Januar 2019 zunächst geschlossen.

Wir Schwestern werden danach in einen anderen Konvent nach Fulda versetzt. 

Es fällt nicht leicht, nach so langer Zeit und nach  langjährigem Dienst der einzelnen Schwestern Abschied zu nehmen. Das Bonifatiushaus ist uns mit seinem schönen Umfeld ein Zuhause geworden. Mitten in der Natur umgeben von Wiesen, wunderschönem alten Baumbestand, am Flüsse-Dreieck von Altefeld, Lauter und Schlitz, nahe dem Ortskern und Kurpark gelegen, einschließlich der Mariengrotte,  besaß es einen besonders hohen Stellenwert für viele.

 Unser Kur- und Gästehaus in Bad Salzschlirf wurde am 09. Mai 1897 eröffnet, um ursprünglich erholungsbedürftige Priester aufzunehmen. Es hat eine bewegte Geschichte durchlebt: Erweiterungsbau, um der großen Nachfrage zu entsprechen, in den beiden Weltkriegen diente es als Lazarett, dann wieder Neubeginn als Kurhaus. Der Aufschwung in den Sechziger Jahren hatte den Anstieg der Gäste zur Folge, ein weiterer Erweiterungsbau und Renovierungsarbeiten an den vorhandenen Gästezimmern und der Kapelle wurden notwendig. Bis heute tragen wir den gesellschaftlichen, gesundheitlichen und politischen Bestimmungen Rechnung und  leiten  mit viel Engagement und Freude mit unserem  Mitarbeiter – Team das Kur- u. Gästehaus St. Bonifatius.

Unserem Haus, in ebener Lage unmittelbar den gepflegtem Kurpark gegenüber gelegen, standen 84 Betten (überwiegend in Einzelzimmern) und verschiedenen Gruppenräumen zur Verfügung; in der Hauskapelle fanden regelmäßig Gottesdienste statt. 

Im Rahmen der ambulanten Kur boten wir Krankengymnastik, Massagen und medizinische Bäder bei Vorlage der ärztlichen Verordnung im Hause an. Darüber hinaus war unser Haus ein beliebter Ort zur Durchführung von Exerzitien und Einkehrtagen.

Die Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom H. Vinzenz von Paul:

Zur Geschichte der Ordensgemeinschaft

Die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom Hl,. Vinzenz v. Paul wurde Mitte des 17. Jahrhunderts von einem Priester (Vinzenz v. Paul) als die  „Filles de la Charite“ – „die Töchter der Barmherzigkeit“ in Paris gegründet. Ihr oblag der Dienst an den Armen und Kranken auf den Straßen und in den Häusern der Stadt. Keine klösterliche Gemeinschaft, die in Abgeschiedenheit lebte, sondern weltoffen, der Welt zugewandt und in der Welt lebend und wirkend.

Die Heiligsprechung des Vinzenz v. Paul 1737 ließ andere Pfarreien aufhorchen. So auch Pfarrer Anton Joanjoan in der Pfarrgemeinde in Straßburg. Vier junge Mädchen aus dieser Pfarrei verspürten den Ruf zu diesem Dienst. Ihre klösterliche Bildung erhielten sie in Chartres bei den Paulus-Schwestern. Nach Ablauf ihres Noviziates begannen sie in Straßburg unter der Leitung des Pfarrers Joanjoan, ganz im Geiste des Heiligen Vinzenz von Paul und seinen Töchtern ihren Dienst an den Kranken und Armen. Die Straßburger Gemeinschaft nannte sich gemäß ihres Ordensvorbildes die “Soeures de la Charité“ „Barmherzige Schwestern von Heiligen Vinzenz v. Paul“.

1833 wandte sich der Bischof von Fulda, Johann Leonhard Pfaff, an die Generaloberin Schwester Vinzenz Sultzer im Mutterhaus von Straßburg mit der Bitte, Schwestern für das Fuldaer Landkrankenhaus zu schicken.

1834 kamen die ersten Schwestern von Straßburg nach Fulda. Hier liegt unser Ursprung.

Weitere Informationen im Internet: http://www.barmherzige-schwestern-fulda.de