Klappern

Das Klappern ist eine weit verbreitete Tradition in katholischen Gegenden Deutschlands, es wird jedoch nicht überall gemacht.

Den Ursprung fand das Klappern vermutlich im Mittelalter, da in den Messbüchern bereits damals vorgeschrieben wurde, die Glocken und die Orgel der Kirche vom Gloria in der Abendmahlsmesse an Gründonnerstag bis hin zum Gloria der Osternacht schweigen zu lassen. Man erzählte sich hierbei, die Glocken seien in den Himmel oder nach Rom geflogen. Die Klappern haben in dieser Zeit die Aufgabe, das Geläut der Glocken zu ersetzen. Darum gehen die Ministranten mit ihren Klappern zu den Zeiten des Angelusläutens durch die Straßen und „läuten das Ave Maria“.

Die Klappern ersetzen auch das Messläuten zu den Karfreitagsliturgien. In manchen Gemeinden wird auch am Morgen des Ostersonntages noch mit den Klappern zur Auferstehungsmesse in die Kirche eingeladen.

In unserer Pfarrgemeinde ersetzen die  Ministranten durch die Klappern das Glockenläuten und machen gleichzeitig auf die Passion Christi damit aufmerksam, da der Klang der Klappern nicht sehr melodisch ist, sondern eher hart und mahnend. Somit ist das Klappern auch ein Zeichen der Trauer, aber gleichzeitig eine Vorbereitung auf das, was uns Christen in der Osternacht erwartet.

Die Klappersprüche sind von Gemeinde zu Gemeinde verschieden, bei uns etwa lautet er „Wir läuten das Ave Maria“.

Bei uns ist es auch Brauch, dass die Ministranten an Karsamstag mit ihren Klappern von Haus zu Haus ziehen und als Lohn für ihren Dienst Süßigkeiten und Geld sammeln. Das Gesammelte wird nach dem letzten Klappern zu gleichen Teilen unter allen Ministranten aufgeteilt.

Die Klappern werden auch innerhalb der liturgischen Feiern an Gründonnerstag und Karfreitag verwendet, sie ersetzen zum einen Glockenschläge und die Altarschellen bei der Wandlung und werden zum Anderen benutzt, wieder anstelle der Schellen, wenn das Allerheiligste in das „Grab“, bzw. zum Altar übertragen wird.

Die Klappern werden in unserer Gemeinde selbst hergestellt (jede ist ein Unikat). Ein Großteil unserer Klappern wurde dankenswerter Weise von  Elmar Post gebaut.


 Klappern 2021

Klappern trotz(t) der Situation

-Wir wollen die Auferstehung ehren und es selbst erleben, nicht nur vor dem Bildschirm-


Wir Ministranten der Pfarrgemeinde St. Vitus Bad Salzschlirf haben für uns ein geniales System ausgetüftelt, wie es trotz der aktuellen Bedingungen möglich war, Ostern die Tradition des Klapperns aufrecht zu erhalten. Jede Familie hatte ihre eigene Klapperstrecke (insgesamt elf verschiedene Routen) und so haben wir Stück an Stück den Ort wortwörtlich laut und fröhlich abgeklappert! 

Das hat super funktioniert; wobei viele Minis ihre Familie direkt mit zum Klappern in aller Hergotts Frühe aus dem Bett geworfen haben. Das Ganze hat uns ein Stück Messdiener-Alltag zurückgegeben. Ostern ist schlicht kein Ostern, wenn man an Karfreitag nicht in der Kirche ist und vom vielen Laufen geschafft in der Osternacht nicht gegen die Heiserkeit und Müdigkeit ankämpft, wenn die Feier sich zum langersehnten Gloria bewegt.
Um trotz dezentraler Startpunkte den Kontakt zu halten, haben wir vor jeder Runde gemeinsam über eine Telefonkonferenz unser gemeinsames Klappergebet gebetet. 

Recht herzlich möchten wir uns bei allen bedanken, die uns unterstützt haben! Bei allen Familien und Freunden der Minis, bei allen Geschäften, die beim Spendensammeln geholfen haben, bei allen Spendern, die uns mit Geld oder Süßigkeiten erfreut haben und natürlich bei allen, die mit uns mit geklappert haben. Vergelt’s Gott! – der coronasichere, katholische High5! ???? 

Eure MINIS St. Vitus

Christina Post


  Unsere Klapperkinder 2019

 

Unsere Klapperkinder 2018

 


 Unsere Klapperkinder 2017